Was ist Marketing und was bedeutet es?

Was ist Marketing und was bedeutet es eigentlich? Viele reden davon, aber kaum einer kann den Begriff Marketing konkret definieren.

„Wir müssen unser Marketing verbessern!“ Auf dem ersten Blick eine klare Ansage! Die Umsätze stimmen nicht, die Firma steht unter Druck und alles läuft nicht so recht. Doch was bedeutet der Begriff „Marketing“ eigentlich? Für Kaufleute und Wirtschaftswissenschaftler vielleicht kein Problem, doch oft kommen auch Personen mit Marketing in Verbindung, die ursprünglich dachten, nie damit zu tun zu haben.  Eine Grundlagenhilfe finden Sie in diesem Beitrag.

Der Markt – wo Angebot und Nachfrage aufeinander treffen

Ohne einen Markt können Sie kein Marketing betreiben. Ganz allgemein versteht man unter einem Markt einen realen oder aber auch einen virtuellen Ort des Zusammentreffens von Angebot und Nachfrage. Es gibt zahlreiche verschiedene Märkte, in denen zahlreiche verschiedene Dinge angeboten und verhandelt werden. Zu unterscheiden sind zwei Varianten der Märkte.

Da haben wir einmal den Konsumgütermarkt:

In einem Konsumgütermarkt resultiert die Nachfrage nicht nur aus dem Bedarf, sondern auch aus der damit verbundenen individuellen Kaufkraft des Konsumenten. Ohne Bedürfnisse des Konsumenten entsteht kein Bedarf, daher basiert der Bedarf und die individuelle Kaufkraft auf den Bedürfnissen der Nachfrager.

Zum anderen haben wir noch einen Investitionsgütermarkt:

Unternehmen möchten, um einen Handel treiben zu können, den Bedarf der Konsumenten decken. So haben sie das Ziel der Bedarfsdeckung – daraus resultiert widerum eine Nachfrage nach Rohstoffen, Maschinen, uvm auf einem sogenannten Investitionsgütermarkt.

 

Bedürfnisse und die dadurch entstehende Nachfrage

Warum hat ein Mensch Bedürfnisse? Nun, ganz allgemein gesagt kann man sagen, dass wir dann Bedürfnisse haben, wenn uns etwas fehlt: Das Verspüren eines Mangels. Nach der maslow’schen Bedürfnisspyramide wird zwischen Existenz, Grund- und Luxusbedürfnisse unterschieden. Wenn ein Mensch nichts hat, sich in einem armen und unsicheren Umfeld bewegt (beispielsweise in Kriegsgebieten), so verspürt man primär ein Bedürfnis nach Sicherheit und Nahrung um irgendwie überleben zu können. Wir Menschen sind allerdings eine unersättliche Spezies. Sind also Existenzbedürfnisse eines Menschen (wie beispielsweise die Bevölkerung in Industrieländern) befriedigt, klettern wir die Pyramide weiter herauf. So haben wir dann beispielsweise Bedürfnisse nach einem Theaterbesuch, Bücher, Kino oder Sport. Welche Bedürfnisse wir davon befriedigen hängt nun von unserer bereits erwähnten individuellen Kaufkraft ab. Haben wir nur wenig im Portemonaie, so werden wir eher einen günstigen Erdbeerjoghurt, statt ein Markenprodukt bevorzugen. Die Reihenfolge in der Bedürfnissbefriedigung hängt also eng zusammen mit der zur Verfügung stehenden begrenzten  finanziellen Mitteln.

 

fahrrad

 

Ein Beispiel: Wir verspüren das Bedürfnis nach Mobilität um auch mal weite Strecken in die nächst-gelegene Nachbarstadt bewältigen zu können. So haben wir also einen daraus resultierenden Bedarf nach allen Produkten, die dieses Bedürfnis befriedigen können. Das kann ein Auto oder ein Fahrrad sein sein. Das Geld ist allerdings eher begrenzt, so reicht es nicht zu einem eigenen Auto. Fahrräder eignen sich ideal für unser begrenztes Budget – so äußert sich unser Bedürfnis nun in eine konkrete Nachfrage nach Fahrrädern. Zur Auswahl stehen nun alle verfügbaren Produkte (knappe Wirtschaftsgüter) auf einem Markt für Fahrräder. Auf diesem Markt befinden sich also wir als Nachfrager und das Angebot der Unternehmen, die Fahrräder an uns verkaufen möchten.

 

Die Elemente des Marketings

Um Marketing zu verstehen, mussten wir also den oben beschriebenen Markt kennen lernen. Daraus fassen wir drei wichtige Elemente kurz zusammen:

  • Bedürfnisse des Kunden, die dann in eine konkrete Nachfrage resultieren – z.B. das Bedürfnis nach Mobilität welches in eine konkrete Nachfrage nach Fahrrädern resultiert.
  • Ressourcen und Kompetenzen (Rohstoffe, Maschinen, geschulte Mitarbeiter und Fachkräfte) des Unternehmens, um ein möglichst gutes und attraktives Angebot bieten zu können.
  • Letztlich auch, das Verhalten der konkurrierenden Unternehmen, die am gleichen Markt im Wettbewerb agieren. (Beispiel: Firma X bietet bessere Räder als Firma Y zum gleichen Preis)

Marketingdefinition

Aber warum das alles? Warum Bedürfnisse, Bedarf, Nachfrage und Angebot? Wer Marketing definieren möchte, muss diese Begriffe kennen und verstehen.

An dem Spruch „Marketing fängt schon in der Entwicklung an“ ist etwas dran. Aus der unternehmerischen Sicht, möchte man in einem Markt bestehen und ein Angebot anbieten, welches auch nachgefragt wird. Hierzu bedarf es aber schon zu Beginn sorgfältige, zusammenhänge Aktivitäten vorzunehmen. Marketing ist also die

„Planung, Durchführung, und Kontrolle sämtlicher Unternehmensaktivitäten, welche darauf abzielen, durch eine konsequente Ausrichtung des eigenen Leistungsprogramms an den Wünschen der Kunden, die absatzmarktorientierten Unternehmensziele zu erreichen“. (vgl. Scharf et al, 2009,  Bruhn 2009)

Als grobe Definition auch

„Die Führung des Unternehmens vom Markt her auf den Markt hin!“ (vgl. Raffee und Silberer, 1984)

 

„Wir müssen unser Marketing verbessern!“

Kommen wir nochmal zum Anfang zurück.  Was lernen wir aus diesem Beitrag? Marketing betrifft  mehr als nur die Werbeabteilung, Marketing betrifft alle Unternehmensaktivitäten von der Entwicklung über die Herstellung bis zum Absatzprogramm. Denken Sie daran, wenn Sie diesen Satz also beim nächsten Mal hören und lassen Sie ihn konkretisieren. 😉

Buchtipp: Grundlagen des Marketing

Wer mehr über die Grundlagen des Marketings lesen möchte, dem sei das folgende Buch (Link zu Amazon) empfohlen. Es ist wirklich sehr gut geschrieben. Nicht bloß rauhe Theorie, sondern auch mit Praxisbeispielen aus der Marketingwelt.
Grundlagen des Marketing (Pearson Studium – Economic BWL)

 

laith

laith

Laith ist Autor bei Augenschnapper, Inhaber der Webagentur qlixx.net und hauptberuflicher Mediendesigner.

Siehe auch...

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