Warum Responsive eMails und ihre Umsetzung mehr als überbewertet sind!

Responsive Web Design ist nun auch bei den HTML-Email Newslettern angekommen. In der E-Mail Marketing-Szene der neue und hochgelobte Trend. Warum meiner Meinung nach hier das Verhältnis zwischen der angeblich viel-gelobten Usability und der eigentlichen Botschaft einer eMail nicht mehr stimmt, dass erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

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Responsive E-Mail Design: Usability die nicht überall funktioniert

Responsive Web Design ist schon was tolles. Warum diese Form von Responsive Web Design wirklich sinnvoll und zukunftsweisend ist, habe ich in einem älteren Gastbeitrag bereits ausführlich begründet. Ganz anders ist meine Meinung gegenüber Responsive eMail Design.

Es ist unerheblich, ob man diese mittels eines Frameworks (z. B. Ink von Zurb) oder selbst via CSS und Media Queries umsetzt, denn ein Fakt ist und bleibt der Folgende: Es funktioniert einfach nicht in allen E-Mail Clients auf die selbe Art und Weise. Wer die Problematik bei der Umsetzung seines E-Mail Designs in Outlook kennt oder sich selbst an responsive eMail Design herangewagt hat, der wird mir hier sicherlich zustimmen.

 

Einheitliche Standards fehlen

Die Freiheit einer HTML-Email-Umsetzung ist bei Weitem nicht so weit, wie die einer Webumsetzung unter unterschiedlichsten Browsern. Während Media Queries und CSS3 mittlerweile in nahezu allen wichtigen Browsern gut dargestellt werden, ist die Entwicklung der verschiedenen E-Mail Clients noch weit weg.

Man muss mittlerweile ein ausgewiesener Experte sein, um den Newsletter vom Designentwurf in eine HTML-eMail umwandeln zu können. Coding like 1999. Tabellen inklusive! Will man dazu noch neue moderne Elemente wie responsive Eigenschaften integrieren, steht man vor einem Dilemma. Denn wenn wer einen HTML-Newsletter endlich mit allem Schnick und Schnack umgesetzt hat, der kann man sich noch lange nicht sicher sein, dass dieser auch in Outlook, Gmail, Web, GMX und Co. richtig dargestellt wird. Der Frust ist groß!

 

Grafische Freiheiten und Werbebotschaften werden eingeschränkt

Warum macht man sich also die Mühe? Ich vermute stark, weil alle, seit der Responsive Web Design Welle und deren guten Eigenschaften, nun auch im E-Mail Bereich danach schreien. Fakt ist aber, es ist die Mühe nicht wert! Im Gegenteil!

Besinnen wir uns doch einfach wieder zurück auf den guten, klassischen und grafischen E-Mail Newsletter. Wer diesen richtig anlegt, bei einer maximalen Breite von 600px bleibt, Grafik mit Text kombiniert und gutes altes HTML mit Tabellen nutzt, der wird glücklich bleiben. Warum? Ganz einfach: Meine, für eine Software-Firma erstellten, HTML-Newsletter sahen mit den oben beschriebenen Eigenschaften auf einem alten iPhone 3GS genauso gut aus wie auf einem neuen Windows Phone mit Outlook. Alles ist so, wie sich der Designer (in dem Fall ich 😉 ) sich das gedacht hat. Kein Stress, kein herumfluchen und auch sonst keine Probleme von Kunden – es ist alles grafisch und textlich an Ort und Stelle und auch die Werbebotschaft kommt an!

Usability hin oder her, wenn diese nicht überall einheitlich funktioniert, ist diese sinnfrei!

 

Aktuelles Fazit

Ich betone, es ist ein aktuelles Fazit, denn solange sich nicht einheitliche Standards in allen E-Mail Clients durchsetzen werden, ist eine HTML-Email im Responsive Design nur ein kurzfristiger Trend! Hinzu kommt, dass sich auch Displayauflösungen auf mobilen Endgeräten im Laufe der Jahre erhöht haben und so auch eine HTML-Email ohne Responsive Design spätestens heute schon in allen Browsern gut darstellen lässt. Wer es mir nicht glaubt, der kann es gerne selbst testen.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Anders lautende Meinungen nehme ich in den Kommentaren gerne auf und freue mich diesbezüglich auf euer Feedback!

 

laith

laith

Laith ist Autor bei Augenschnapper, Inhaber der Webagentur qlixx.net und hauptberuflicher Mediendesigner.

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